“Bitcoin – Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes” von Christoph Bergmann (Rezension)

Der Autor

Christoph Bergmann ist Historiker und Wissenschaftsjournalist, der im Jahre 2013, Bitcoin für sich entdeckte und sich seit her als Blogger von Bitcoinblog.de einen Namen gemacht hat. Ausgezeichnet mit dem comdirect Finanzblog-Award 2015, gilt er im deutschsprachigen Raum, als einer der führenden Experten für Kryptowährungen.

Als begeisterter Anhänger von Bitcoin & Co., stellt er seinem Werk auch gleich voran, dass er in diesen Dingen keine objektive Haltung einnehmen kann. Dennoch habe er sich bemüht, neben aller Leidenschaft, auch den kritischen Aspekten von Kryptowährungen und im besonderen Bitcoin, eine gebührende Aufmerksamkeit zu widmen und sowohl nüchtern als auch sachlich darüber zu schreiben.

Bitcoin - Christoph Bergmann

Zum Inhalt

Christoph Bergmann beginnt die Geschichte von Bitcoin, mit einem Exkurs in die Kryptographie. Diese sei schließlich die Basis des virtuellen Geldes, sowohl was die Philosophie, als auch die Realisierung betrifft.

“Kryptografie ist der Schlüssel zu Freiheit und Anonymität.”

Erste Versuche aus diesem Konzept ein digitales Bargeld zu machen, sollten den sog. Cypherpunks der 90er Jahre jedoch misslingen. Erst als ein geheimnisvoller Satoshi Nakamoto, mit dem inzwischen legendären Bitcoin-Whitepaper, am 1. November 2008 an die Öffentlichkeit trat, schöpfte man neue Hoffnung für das Projekt.

Der Autor stellt die wichtigsten Personen, die sich um die Entwicklung von Bitcoin verdient gemacht haben in ansprechender Weise vor und zeichnet dabei ein sehr anschauliches Bild der Protagonisten. Nur über die Hauptfigur Satoshi Nakamoto, ist bis zum heutigen Tag kaum etwas bekannt. Dieser hätte sich inzwischen sogar ganz aus der Szene zurückgezogen, so der Autor.

“Vielleicht gibt es nichts, was die Essenz von Bitcoin so sehr zum Ausdruck bringt wie der Rückzug von Satoshi. Sein Abtauchen wurde zum Symbol.”

Das Buch befasst sich nur sporadisch mit den technischen Details von Bitcoin und der Blockchain-Technologie. Das tut dem Verständnis jedoch keinen Abbruch. Die Einzelheiten würden den Leser nur verwirren, da sie ohnehin lediglich von fortgeschrittenen Programmieren verstanden werden.

Christoph Bergmann setzt mehr auf Vergleiche zu unserem heutigen Fiatgeld und zeigt die Punkte auf, die eine digitale Währung adoptieren muß, um als wirkliches Geld in der Wirtschaft funktionieren zu können und akzeptiert zu werden. Dabei muß es jedoch gelingen, ohne eine zentrale Verwaltung auszukommen. Denn das sei der eigentliche Sinn und Zweck von Bitcoin – eine Dezentralisierung des Geldes.

Die ersten Transaktionen waren vielversprechend und allmählich erkannten immer mehr Investoren und Unternehmer ihre Chance, was Bitcoin schließlich zu seinem Aufstieg verhelfen sollte. Der Autor stellt die prominentesten Vertreter vor und hat einige sehr beeindruckende und unterhaltsame Anekdoten parat.

Gleiches gilt für die eher dunklen Kanäle, die aus offensichtlichen Gründen ein ganz besonderes Interesse an Dezentralisierung und Anonymität haben. Christoph Bergmann macht keinen Hehl daraus, dass auch kriminelle Kräfte ihren Beitrag zum Aufstieg von Bitcoin geleistet haben und weiß einiges, auch aus dieser Szene zu berichten.

Eine Gefahr für die Werte und Ziele von Bitcoin, sollte aber aus einer ganz anderen Richtung kommen. Wie im richtigen Leben, ist ein Konsens schwierig, je größer die Community ist. Bitcoin stieß sowohl technisch, als auch politisch an seine Grenzen und drohte im Zuge eines wahren Bürgerkrieges – wie es der Autor nennt – zu scheitern.

“Im Grunde ging es dabei nur um eine einfache technische Variable: um die maximale Größe der Blöcke mit Transaktionen, die alle zehn Minuten an die Blockchain angehängt werden.”

Dieses Kapitel erfordert dann aber doch ein wenig technisches Verständnis, um die Hintergründe wirklich nachvollziehen zu können. Das macht es aber nicht weniger spannend.

Bitcoin - Christoph Bergmann

Rezension

Eigentlich war ich mit dem Thema “Kryptowährungen” durch, nachdem ich ein eher verwirrendes Werk dazu gelesen hatte. Das vorliegende Buch jedoch, wurde mir als “ganz anders” empfohlen, so dass ich schließlich doch noch einen Versuch wagte, mich der Sache anzunehmen. Ich habe es nicht bereut!

Vermutlich war es der Wille, die Technik hinter Kryptowährungen zu verstehen, der mich beim ersten Versuch resignieren ließ. Bei der Lektüre dieses Werkes habe ich jedoch erkannt, dass die Technik ein unüberwindbares Hindernis für mich darstellen wird, sofern ich nicht zuvor Kryptographie studiere und auf hohem Niveau Programmieren lerne.

Diesen Anspruch stellt Christoph Bergmann mit seinem Buch definitiv nicht, schafft es mit der Schilderung der Entwicklungsgeschichte aber dennoch, ein grundlegendes Verständnis von Bitcoin und der Blockchain-Technologie zu vermitteln.

Auch übertreibt der Autor nicht, wenn er im Titel des Buches von einer “verrückten Geschichte” spricht.

Im ersten Teil des Buches spürte ich gar Anflüge einer aufkommenden Euphorie in mir und verstand plötzlich, was das revolutionäre an Bitcoin ist, das immer mehr Eingeweihte in seinen Bann zieht. Kann das wirklich der Schlüssel zu Freiheit und Anonymität sein?

Im zweiten Teil des Werkes, folgte dann aber eine gewisse Ernüchterung, als ich las, welche allzu menschlichen Probleme Bitcoin und seine Idee erschüttern konnten. Die Schilderung des “Bürgerkrieges” in der Community, brachte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Das hat meinem Leseerlebnis aber keineswegs geschadet. Es war mir durchweg ein Vergnügen in dem Buch zu lesen und ich habe mich in keinem der Kapitel gelangweilt. Im Gegenteil, über weite Teile, war ich wirklich gefesselt. Der Schreibstil von Christoph Bergmann ist klar und verständlich, und wird zurecht in der Community gelobt.

Nicht weniger beeindruckend und angenehm auffallend, ist die hohe Qualität des Buches. Sowohl das Material von Einband und Papier, als auch das ansprechende Design, vermitteln den ersten guten Eindruck, sobald man das Buch in die Hände bekommt.

Bitcoin Buchansicht - Christoph Bergmann

Fazit

Wer dem Thema Kryptowährungen bzw. Bitcoin eine Chance geben möchte, findet mit diesem Buch einen idealen und leicht verdaulichen Einstieg in die Materie. Alle Aspekte kommen sachlich zur Sprache und vermitteln tatsächlich ein umfassendes und nahezu vollständiges Bild.

Wenn du ein ernsthaftes Interesse an einem revolutionär neuem Geld hast und nicht nur auf Spekulation aus bist, solltest du dieses Buch auf jeden Fall lesen.

Ganz gleich, ob die Idee von Freiheit und Anonymität mit diesem Zahlungsmittel auf Dauer bewahrt werden kann, das Interesse aus Politik und Wirtschaft an Bitcoin & Co., signalisiert bereits, wie der Weg nach der geplanten Abschaffung des Bargeldes aussehen könnte.

Gelingt es Bitcoin oder einem Altcoin hingegen dezentral und autark zu bleiben, haben wir endlich eine echte Wahl. Diese Chance sollte es Wert sein, sich der Thematik anzunehmen.

Meine Wertung: (5 / 5)

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Buchdetails

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: MOBY Verlagshaus; Auflage: 1000 (31. Juli 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981988604
ISBN-13: 978-3981988604
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Frank Lindner
Ich bin Frank! Als Verfasser dieser Rezension, habe ich eine Vorliebe für Sachbücher und Ratgeber die meinen Horizont erweitern, und ich habe Freude daran, meine Leseeindrücke zu teilen. Ich bin unabhängig und schreibe daher völlig zwanglos und ohne den Anspruch auf Relevanz. Lange Zeit habe ich derartige Aufzeichnungen nur für mich persönlich verfasst. Jetzt lasse ich die Welt daran teilhaben.
      

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